Das meinen Fachleute

Der Ginsenganbau stösst auf grosses Interesse bei der Fachwelt. Nachfolgend ein Auszug:

Simon Becker
Therapeut für Chinesische Medizin, Lehrer an diversen TCM-Schulen im In- und Ausland, Co-Autor diverser Fachpublikationen


Ginseng gilt als das chinesische Arzneimittel schlechthin. Wo chinesische Arzneimitteltherapie abgebildet und beworben wird, fehlt die bereits als Symbol bekannte «Menschenwurzel» selten. Diese häufige Verwendung in der Präsentation der chinesischen Medizin widerspiegelt in diesem Falle die Realität sehr wohl. Die Ginsengwurzel ist tatsächlich äusserst populär und wird sehr häufig verwendet.

 

Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin gehört Ginseng in die Gruppe der Qi Tonika – jener Substanzenkategorie welche die Energie aufbaut und stärkt. Ungleich anderer Mittel dieser Kategorie weist die Ginsengwurzel eine sehr ausgewogene Balance ihrer Wirkungen auf. Sie trocknet nicht aus wie viele andere, sondern nährt Blut und befeuchtet. Sie regt nicht nur an und macht nervös, sondern sie beruhigt auch. Sie stärkt nicht nur das etwas oberflächlichere Alltags-Qi sondern sie dringt tief in den Körper ein und unterstützt das Ursprungs-Qi, die Wurzel aller Qi-Formen des Körpers.

 

Das wissenschaftliche Interesse an der Ginsengwurzel ist riesig. Kein anderes chinesisches Arzneimittel ist so gut erforscht. Viele der einzelnen Inhaltsstoffe sind detailliert dokumentiert. Einige gehen klar als Hauptwirkstoffe hervor; bei anderen ist deren exakte Einflussname auf Physiologie und Pathologie noch ungewiss.

 

In der chinesischen Arzneimitteltherapie ist dies sekundär. Die Wurzel als ganzes soll ihre heilende Wirkung ausüben können. Die einzelnen Inhaltsstoffe sind weniger bedeutsam als die Gesamtfunktion. So wird die Ginsengwurzel gemäss der Theorie der chinesischen Arzneimitteltherapie auch dort angewendet wo die moderne Forschung keine eindeutigen Heilwirkungen und Erklärungen finden kann – mit Erfolg.

 

Die Bekanntheit und die ganz spezielle Wirkung von Ginseng haben diese Substanz auch zum verzerrten und fast unglaubwürdigen Modemittel gemacht. Dies schlägt sich im Anbau und in der Herstellung nieder. Auf der ganzen Welt, vor allem in China und Korea, wird Raubbau betrieben. Dies führt zu minderwertiger Qualität und Verunreinigungen. Tiefe Ginsenosid-Werte und Pestizidverunreinigungen sind zwei der häufigeren Probleme dieser Wurzel.

 

Umso mehr ist es zu begrüssen, dass man sich in der Schweiz mit einem seriösen Anbau auseinandersetzt. Die Schweiz, dem Klima von Korea nicht unähnlich, scheint ein idealer Ort für den Anbau der Ginsengpflanze. Hierzulande soll die Wurzel über ihr mehrjähriges Wachstum jene Kraft sammeln, welche sie später an die Patienten weitergeben kann. Lange Reisen, ungewisse Anbaugebiete und teure Analysen entfallen. Die Qualität wird verbessert und kommt der Therapie und dem Patienten zu Gute.

Huili Zhao
Pharmakognostiker und Leiter Qualität & Forschung bei der Lian Chinaherb AG


Als tonisierendes Arzneimittel wird Panax Ginseng seit tausenden von Jahren verwendet. Durch die gnadenlose Ernte des Ginsengs ist der wilde Ginseng heute vom Aussterben bedroht und wird nur noch selten auf dem Markt angetroffen.

 

60% aller weltweit getrockneten Ginsengwurzeln stammen daher heute aus chinesischer Kultivierung. Die Chinesen haben dabei grosse Erfahrungen gesammelt.

 

Dennoch haben auch sie einige Probleme, die gelöst werden müssen:
Ginseng kann im Gegensatz zu früher nicht mehr im Wald angebaut werden, da dieser in staatlichen Händen liegt. Daher wird die Umwälzung des Bodens durch Platzmangel zu einem Problem. Der Ginseng muss mindestens 5 Jahre im Boden bleiben, um wirksam zu werden. In dieser Zeit laugt er stark den Boden aus.

 

Damit der Produktionsausfall verringert werden kann, werden Schädlings-bekämpfungsmittel und Fungizide im grossen Stil eingesetzt. Die Forschung für natürliche Schädlingsbekämpfung ist gross, jedoch haben die Bauern kein Interesse die Produkte auszutesten, wenn keine erhöhte Ernte garantiert werden kann.

Alice und Josef Estermann
Chilchlimatte 8, 6214 Schenkon
Telefon 041 921 29 52

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